Adlershof - Fußball 1906-1945

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TuFC Columbia 04 Adlershof
In Adlershof gründeten sich mit dem TuFC Columbia 04 Adlershof im Jahr 1904 und mit dem Adlershofer Ballspiel Club 08 im Jahr 1908 zwei Fußballvereine, die im Jahr 1911 bzw. 1912 dem V.B.B. beitraten. Beide Vereine existieren bis in den Herbst 1933 parallel. Mit der Mitgliederversammlung vom 12.09.1933 wurden beide Vereine auf Grund von vereinsinternen Problemen bei einem Verein zum Adlershofer Ballspiel Club Columbia 1904 zwangsvereint. In den nachfolgenden Übersichten findet man die Ergebnisse der 1. und 2.Männer des Altglienicker BC 09 gegen den TuFC Columbia 04. Pflichtspiele gegen den Fusionsverein gab es nicht, da der AGBC 09 durchweg in niederen Spielklassen agierte. Aus dem Jahr 1912 stammt eine Verbandsmitteilung, die nach einer Verhandlung beim Sportgericht in der Zeitschrift "Der Rasensport" herausgegeben wurde.
Adlershofer BC 08/ SG Adlershof/Adlershofer BC 08
Zur frühen Geschichte des Adlershofer BC 08 vor 1945 wurden unter TuFC Columbia Adlershof 1904 einige Ausführungen gemacht. Nach 1945 nannte man sich zuerst Sport Gruppe Adlershof. Bereits 1948 nahm man den alten Namen Adlershofer BC 08 an (theoretsich erst nach dem 01.04.1949 möglich). Anfang der 50-er Jahre musste man sich in Sport Gemeinschaft Adlershof (SG Adlershof) umbenennen. Diesen Vereinsnamen behielt man bis in die Nachwendezeit. Dann nahm man als eingetragener Verein wieder die ursprüngliche Vereinsbezeichnung Adlershofer BC 08 an. Es gab zwischen der VSG/AGBC und dem ABC 08/SG Adlershof relativ wenig Spiele im Männerbereich, da in der Zeit vor dem Krieg und in der Zeit bis Mitte der 70er-Jahre der ABC 08 bzw. die SG Adlershof nahezu durchgängig höherklassiger als die Altglienicker spielten. Zwischen der VSG und dem ABC 08/SG Adlershof bestand immer eine gesunde Rivalität ohne Bösartigkeiten. Dazu sind die Ortsteile durch Bahn und Kanal geographisch deutlicher getrennt als Altglienicke von Grünau/Falkenberg. Es gab keine Abwerbungen. Wechselte jemand zwischen Altglienicke und Adlershof oder umgekehrt, so waren dafür meist persönliche Gründe maßgebend und der Vereinswechsel verlief sauber. Trifft man sich heute, dann gibt es ein freundliches "Hallo", man erinnert sich an alte Spiele und trinkt dabei auch ganz gern mal ein Bierchen zusammen.
BSG Adlershof/Chemie Adlershof
Nach dem Krieg etablierte sich im Ortsteil Adlershof mit der BSG Adlershof/BSG Chemie Adlershof ein neuer Verein, der jedoch nie die Popularität der SG Adlershof erreichte. Der Verein hatte seine erste Heimstätte in der Genossenschaftsstraße an der "Holzoper". Der Sportplatz allein war ein Spektakel. Der Platz besaß eine schwarze Schotterdecke- richtig schwarz mit Kleinsteinmaterial ! Die Umkleidekabinen waren zusammengenagelt und die dortige Vereinskneipe war wohl die verrauchteste Kneipe, an die sich der Verfasser dieser Seite erinnern kann. Nach der Wende wurde dieser Sportplatz geschlossen. Chemie Adlershof spielt heute an der Dörpfeldstraße. Eine übermäßige Rivalität entwickelte sich zwischen der VSG und Chemie Adlershof nie, so dass man diese Spiele nicht unbedingt in die Kategorie Ortsderby einordnen sollte. Die Spiele gegen Chemie Adlershof an der Holzoper waren einfach nur ekelhaft. Auch die Mannschaften von Chemie waren teilweise recht ruppig und es gab auch einige Begegnungen, die man als Scharmützel bezeichnen könnte. Der Versuch der Leitung der BSG Chemie im Jahr 1951, die VSG zu überzeugen der BSG Chemie Adlershof beizutreten, spielte im Verhältnis der Vereine untereinander keine Rolle. Vorkommnisse bei Spielerwechseln in jüngster Vergangenheit wollen wir an dieser Stelle nicht beleuchten. Es kam auch zu Unstimmigkeiten, als die VSG für Oberliga- und Regionalligaspiele die Dörpfeldstraße nutzte. Es scheint so, als ginge man sich derzeit ein wenig aus dem Weg (Stand 2022).
BSG Akademie der Wissenschaften
Die BSG der Deutschen Akademie der Wissenschaften (BSG DAW) wurde im Jahr 1951 gegründet (WIKI). Die Institution der Akadamie der Wissenschaften war am Standort Adlershof angesiedelt (heute Wista-Gelände), so dass die Fußballer dem Ortsteil Adlershof zugeordnet wurden. Neben der SG Adlershof (Lohnauer Steig) und Chemie Adlershof (Genossenschaftsstraße) kam damit noch ein dritter Verein im Ortsteil hinzu (Spiele an der Dörpfeldstraße). Zur BSG AdW (der spätere veränderte Name) hatte die VSG Altglienicke ein ganz besonderes Verhältnis. Im Sommer 1964 stieg die 1.Männer der VSG-Fußballer nach einigen Jahren Klassenzugehörigkeit aus der Stadt-/Bezirksklasse ab. Sicherlich einem Lockruf von der Dörpfeldstraße folgend, verließen nahezu alle Aktivposten der 1.Männer (einschl. Übungsleiter) die VSG, um sich der Betriebs Sport Gemeinschaft AdW anzuschließen. Dieses wird heute noch bei älteren VSG-Mitgliedern als der AdW-Verrat bezeichnet. In diesem Zusammenhang muss es aus Richtung Dörpfeldstraße auch auf unterster Ebene zu einer Anfrage gekommen sein, ob die Fußballer der beiden Vereine nicht fusionieren sollten (ohne nachweisbare offizielle Anfrage an den VSG-Vorstand). Bei der Angelegenheit "Beitritt zu einer BSG" lagen die Nerven bei der VSG wie üblich blank. So etwas wäre nie in Frage gekommen. Jedenfalls war das Verhältnis zur BSG AdW dauerhaft vergiftet. Sportlich trafen die Vereine mit den ersten Mannschaften nicht sehr oft aufeinander. Ende der 70er-Jahre und Anfang der 80er-Jahre kam es über einen gewissen Zeitraum zu einem sportlichen Abstieg bei den Akademikern. Die Männer der BSG AdW spielte einige Jahre in der 2.Kreisklasse gegen die 1B der VSG-Fußballer (VSG Altglienicke II einschl. Reserve). Diese Spiele waren teilweise sehr harte Duelle, bei denen es auch ab und zu handgreiflich wurde.
Im Jahr 1990 wurde aus der BSG Akademie der Wissenschaften ein eingetragener Verein. Dabei kam es zu einer Aufspaltung. Es entstanden die SV Berlin Buch sowie der Berliner Sport Verein AdW (WIKI). Der BSV AdW betrieb auch weiterhin Fußball. Jedoch erreichten die Fußballer nie wieder höhere Spielklassen. Zeitweise gab es nur eine Altersmannschaft. Man liest auch auf den Internetseiten über Bestrebungen zur Aktivierung von Jugendfussball. Na mal sehen ! Unsere Handballer hatten Mitte der 90er-Jahre Kontakt mit der Abteilung Handball des BSV AdW. Eine versuchte Spielunion gab es nur kurzzeitig. Eine Damenhandballmannschaft von AdW wechselte Mitte der 90er-Jahre komplett von AdW zur VSG. Der BSV AdW ist heute ein recht großer Mehrspartenverein mit mehreren Abteilungen. Im Jahr 2022 gibt es ein Fußball-Fusionsgebilde AdW/Club Italia und auch in der AK 70 gibt es eine Mannschaft von AdW, in der auch VSG-Fußballer als Gastspieler mitwirkten.
BSG Fernsehelektronik
Die BSG Fernsehelektronik wurde im Jahr 1975 gegründet. Trägerbetrieb war das Werk für Fernsehelektonik in Oberschöneweide. Die Fußballer der BSG Fernsehelektronik spielten jedoch im Stadtbezirk Treptow, in Adlershof auf dem Sportplatz Birkenwäldchen. Männermannschaften der VSG und von Fersehelektronik spielten nur in drei Spielserien gegeneinander. 1977/1978 spielte die 1 B (VSG Altglienicke II einschl. Reserve) gegen Fernsehelektronik in der 2.Kreisklasse. In den Serien 1978/1979 und 1981/1982 spielten die 1.Männer und die Reserve der VSG in der 1.Kreisklasse gegen Fernsehelektronik. Fernsehelektronik gewann nur ein Spiel mit der Reserve in der Serie 1981/1982. Alle anderen Spiele gewannen die VSG-Mannschaften oder man teilte sich die Punkte. Von einem Ortsderby kann bei den wenigen Begegnungen gegen Fersehelektronik nun wirklich nicht gesprochen werden. Ob die Fernsehelektroniker heute im Jahr 2022 noch eine Mannschaft besitzen, verfolgen wir nicht mehr. Auf ihrer Webseite findet man eher unvollständige Informationen.
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