1913-1925 - Chronik-Gymnastik21

Chronik der Abteilung Gymnastik
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Die Vorgängervereine - 1906 - 1912/1914
Die Turn- und Sport Vereinigung Altglienicke 1906 (TuSV Altglienicke 06) entstand aus der Fusion mehrerer verbandsfreier Altglienicker Sportvereine. Der 1906 gegründete Bewegungs Spiel Club Freiheit Altglienicke 1906 (hier genannt: BSC Freiheit 06) betrieb Fußball und Leichtathletik. Möglicherweise gab es in der Abteilung Leichtathletik auch Turnen und Gymnastik. Am 01.06.1912 vereinigte sich der BSC Freiheit 06 mit dem SC Jugendlust Altglienicke 1909, in dem nach bisherigen Informationen nur Fußball gespielt wurde. Es entstand die Sport Vereinigung Altglienicke 1906 (SV Altglienicke 06). Nachfolgender Zeitungsausschnitt "Staatbibliothek, Der Rasensport, Ausgabe Juni 1912). Die Vereine SC Berolina Altglienicke 1909 und Altglienicker Ballspiel Club 1909 besaßen als reine Fußballvereine keine Turnsparte.
1914- Die Fusion zur "Turn- und Sport Vereinigung Altglienicke 1906"
Wie man aus dem Namen der am 01.06.1912 gegründeten Fusion SV Altglienicke 06 erkennt, tauchte dort kein Kürzel oder Namensteil "Turnen" auf. Somit gehen wird davon aus, dass in der SV Altglienicke 06 der Turnsport noch nicht prägend war. Ab dem Jahr 1913 wurde eine weitere Fusion angestrebt (Quelle: Vereinsprotokolle der VSG). Die SV Altglienicke 06 wollte sich mit dem Arbeiter Turn Verein Altglienicke (A.T.V.) zusammenschließen. Unklar ist, wann diese Fusion exakt erfolgte. In einer Publikation (Wolter: Arbeiterfußball in Berlin Brandenburg) wird die Existenz des A.T.V. von 1913 bis 1914 benannt. Die Fußballer des Arbeiter Turn Vereins Altglienicke spielten eine vollständige Serie 1913/1914, so dass man davon ausgehen kann, dass die Fusion erst nach dem Abschluss der Serie erfolgte. Somit legen wir den Fusuionstag auf den 01.07.1914 fest. Es kann jedoch auch sein, dass sich die Turner des A.T.V. bereits früher der SV Altglienicke 06 angeschlossen haben. Man nannte den fusionierten Verein Turn- und Sport Vereinigung Altglienicke 1906 (hier weiter genannt: TuSV Altglienicke 06). Durch die Erweiterung des Vereinsnamens um die Bezeichnung "Turn-" sollte deutlich sein, dass die fusionierten Turner des A.T.V. in der TuSV Altglienicke 06 eine eigene Abteilung bildeten. Interessant könnte noch sein, ob der A.T.V. aus einem anderen Verein entstand. Uns ist durch den Bürgerverein Altglienicke ein Foto eines Vereinsabzeichens "Freie Turner Altglienicke" zur Verfügung gestellt worden. Das könnte Beleg dafür sein, dass ein Verein "Freie Turner Altglienicke" irgendwann enstand und ab der Gründung verbandsfrei agierte. Möglicherweise schloss man sich 1913 dem Arbeiter Turner Bund (A.T.B.) an und wechselte den Verreinsnamen, um durch den Namen deutlich zu machen, dass man zum Arbeitersport gehörte. Das kann aber auch völlig falsch sein- wir sind in Recherche. Wir gehen davon aus, dass sich die TuSV Altglienicke 06 ab 1914 vollständig den Arbeitersportverbänden angeschlossen hat. Das belegen Sportberichte aus der Zeit nach dem 1.Weltkrieg. In diesen Berichten findet man auch häufig Informationen über die Turner in der TuSV Altglienicke 06.
1915-1918
Informationen über Turnen und Gymnastik in der TuSV Altglienicke 06 liegen uns aus diesen Jahren nicht vor. Wir gehen davon aus, dass wie in der Sportart Fußball das Turnen im Bereich der Arbeitersportvereine während des 1.Weltkrieges zum größten Teil völlig zum Erliegen kam.
1919
Ab dem Jahr 1920 findet man in Ansetzungen von Fußballmannschaften der TuSV Altglienicke 06 als Heimspielstätte den Sportplatz "Am Kiesberg". Wir wissen noch nicht, ob ggf. ab 1914 (Vereinigung der Arbeitersportvereine) diese Sportanlage bereits genutzt wurde. Theoretisch könnte dieser Sportplatz für die TuSV Altglienicke 06 nach dem Ende des 1.Weltkrieges ab dem Jahr 1919 aktiviert oder wieder aktiviert worden sein. In einer Luftbildaufnahme aus dem Jahr 1928 ist die Lage des Sportplatzes zu erkennen. Man sieht in dieser Aufnahme u.a. den Fußballplatz, Freiflächen mit abgenutzten Rasenflächen z.B. an und unter Turngeräten und bei Anlagen für die Leichtathletik sowie ein kleines Funktionsgebäude. Der Sportplatz "Am Kiesberg" wurde von den Sportlern der TuSV Altglienicke 06 bis zur Vereinsauflösung im Jahr 1933 genutzt.
1920
Ein erstes Lebenszeichen von den Turnern fanden wir in der Zeitschrift "Der Arbeitersport" aus dem Jahr 1920. (Quelle: Staatsbibliothek, ebenda). In dieser Zeitschrift wird sehr ausführlich über den Arbeitersport in Berlin Brandenburg berichtet. Leider gibt es von dieser Zeitschrift nur sehr wenige uns zugängliche Exemplare. Nachfolgend ein paar Ausschnitte mit Informationen über die Turner der TuSV Altglienicke 06. Die Turner gehörten dem Arbeiter- Turn- und Sport- Bund (A.T.S.B. /hervorgegangen aus dem A.T.B.) als Dachverband der Arbeiter Turnvereine an.
In der gleichen Zeitschrift fanden wir einen Artikel über das 14. Stiftungsfest der TuSV Altglienicke 06. Dabei wurde u.a. über die Darbietungen von turnerischen Übungen an Barren und Reck berichtet. Das 14. Stiftungsfest im Jahr 1920 belegt, dass man nach der Fusion der Altglienicker Arbeitersportvereine das Gründungsjahr des BSC Freiheit 06 als Gründungsjahr der Arbeiter- und Breitensportbewegung in Altglienicke festgelegt hatte.
1921 bis 1924
Informationen über Turnen und Gymnastik der TuSV Altglienicke 06 liegen uns aus diesen Jahren nicht vor. Wir müssen hierzu noch recherchieren.
1925
Das nachfolgende Foto zeigt eine Mädchensportgruppe vor der ehemaligen Turnhalle der Schule am Berg, die am Kreiskinderturnfest in Brandenburg teilnehmen sollte oder teilnahm. Das Foto durften wir aus dem Buch des Bürgervereins übernehmen. Da deutlich zu erkennen ist, dass die Gruppe das Kinderturnfest in Brandenburg besuchen wird oder besucht hat, ordnen wir diese Mädchengruppe der TuSV Altglienicke 06 zu. Derartige Kinder- und Jugendveranstaltungen waren eher beim Arbeitersport als beim bürgerlichen Sport (MTV Spieß) üblich. Vielleicht gehörte diese Turngruppe auch keinem Verein an und dieses Kinderturnfest war eine reine Schulveranstaltung. Wir belassen die Information jedoch erst einmal hier bei Turn und Gymnastik beim Arbeitersport.
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