Etage 3- Sportzeitschriften - Gesamtverein

VSG Altglienicke e.V. - VSG-Museum
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Seitdem der organisierte Sport existiert, wird über ihn in verschiedensten Sportzeitungen berichtet. Als es noch kein Fernsehen oder keinen Rundfunk gab, waren Presseerzeugnisse die einzige Kommunikationsebene zur Berichterstattung über den Sport und für die Organisation des Sportbetriebes. Vor und während der beiden Weltkriege gab es eine Vielzahl von Zeitschriften, die über den Sport informierten. In den örtlichen Bibliotheken findet man eine erstaunlich große Anzahl von Zeitschriftenbänden verschiedenster Herausgeber. So kann man bei der Forschung zur Vereinshistorie häufig fündig werden. Wir wollen an dieser Stelle nicht alle Sportzeitschriften aus dieser Zeit aufführen. Wir erinnern jedoch nachfolgend an das Kreisblatt des Deutschen Turnkreises IIIb (später Markische Turnerzeitung), die ausführlich über den Turnsport der Deutschen Turnerschaft in Berlin/Brandenburg berichtete und an die Zeitschrift "Der Rasensport" ein unbedingtes "Muss" für die Ballspielwettbewerbe der Region (Quelle: Staatsbibliothek Berlin).
Nach dem 2.Weltkrieg wurde der Sportbetrieb recht schnell wieder aufgenommen. Für unsere kommunale Sportgruppe in Altglienicke war die Berliner Zeitung eine wichtige Informationsquelle, da diese bereits ab September 1945 wieder Ansetzungen und Ergebnisse vom Fußball und vom Handball veröffentlichte. Andere Tageszeitungen haben wir noch nicht eingesehen (Tagesspiegel, Nachtkurier usw.). Eine erste Sportzeitschrift nach dem 2.Weltkrieg war für Gesamtberlin das "Deutsche Sportecho", dessen erste Ausgaben bereits 1946 herausgegeben wurden. Das Deutsche Sportecho informierte sehr ausführlich über viele Sportarten; u.a. mit regionalen Nachrichten über Fußball, Handball und den wieder beginnenden Turnsport. Ab 1949 erschien für Gesamtberlin auch wieder die Fußball-Woche. Fachzeitschriften der anderen Sportarten, die beim A.S.V bzw. der VSG Ende der 40er-/Anfang der 50er-Jahre betrieben wurden, sind uns derzeit noch nicht bekannt, bzw. es wurde noch nicht recherchiert (Quelle: jeweils Staatsbibliothek Berlin).
Als 1950 der Berliner-Fußball getrennt wurde, berichtete die Fußball-Woche (Organ des V.B.B. mit Sitz in Westberlin) hauptsächlich über den Fußball in Westberlin. Die Berichterstattung über den Fußball in Ostberlin übernahm ab diesem Zeitpunkt ausschließlich das Deutsche Sportecho (ab 1952 auch ausschließlich vom Ostberliner Handball). Die Berichterstattung des Deutschen Sportechos erhielt leider ab 1956 neue Inhalte. Der überregionale Sport und der Leistungssport traten in den Vordergrund und die Berichterstattung über den Regionalsport (Ausgabe für Berlin) beschränkte sich auf die oberen Spielklassen. Somit ergab sich eine Berichtserstattungslücke für die VSG-Fußballer von 1956 bis zum Erscheinen der ersten Ausgaben der Zeitschrift "Berliner Fußball" als Beilage zur "Neuen Fußballwoche" am 19.08.1957. Über den Handball in Ostberlin berichtete weiterhin die Berliner Zeitung. Da unsere Handballer zu dieser Zeit durchgängig in der obersten Spielklasse spielten, gab es von unseren Handballern über die Berliner Zeitung recht gute Informationen. Nachfolgend die Köpfe vom "Berliner Fußball" (aus privater VSG-Quelle). Ab 1966 erhielt die Zeitung einen neuen Kopf.
In der DDR war Papier knapp. So wurde die Zeitschrift der "Berliner Fußball" am 05.01.1971 eingestellt. Da in dieser Zeitschrift außer der Berichterstattung über den Ostberliner Fußball auch die amtlichen Ansetzungen veröffentlicht wurden, musste der Bezirksfachausschuss Fußball Berlin ein neues Mitteilungsblatt schaffen. Das war der Sportfunke. Da die Berliner Zeitung im Laufe der Jahre lückenhaft über den Fußball berichtete, beschloss des Präsidum des BFA eine jährliche Tabellensammlung zu erstellen und diese gebunden herauszugeben. Sportfreund Günther Schläwe war hierfür federführend. Diese Sammlungen sind heute das einzige nahezu komplette Nachschlagewerk zu allen Tabellen des Fußballs in Ostberlin ab 1972 bis zur Wende. Leider sind die Informationen über den Sportbetrieb in den Kreisfachausschüssen sehr lückenhaft. Eine derartige Datensammlung sind uns vom Handball oder Kegeln (Wettkampfsektionen der VSG) nicht bekannt.
Über Ost-Berliner-Sportzeitschriften, die aktuell über die bei der VSG betriebenen Sportarten Handball, Kegeln und Turnen/Gymnastik berichteten, haben wir noch nicht abschließend recherchiert. Im Archiv der VSG haben wir Einzelausgaben der nachfolgenden Zeitungen gefunden. Diese müssen wir aber noch zu gegebener Zeit in ihrer Gesamtheit sichten. Der Handballspiegel ist sicherlich ein vom Handballverband Ostberlins herausgegebenes Informationsblatt. Von Turnen und Gymnastik ist uns bisher keine Fachzeitschrift mit Regionalcharakter bekannt. Das ist wahrscheinlich nicht so wesentlich, da die VSG im Jahr 1958 letzte Turnwettkämpfe austrug.
Innerhalb der Sektionen der VSG Altglienicke gab es immer wieder Bestrebungen, vereinsinterne Informationsblätter herzustellen und zu verteilen. Zumeist blieb es bei Wunsch und Wille, da man entweder an der materielle Sicherstellung scheiterte oder keiner Lust hatte, sich eine derartige Betätigung aufzuladen. Allein die Handballer schufen mit dem "Altglienicker Handball" eine Sektionszeitschrift, beginnend mit Redakteur Klaus Sparkuhle. Die Zeitschrift wandelte sich in den vielen Jahren ihres Erscheinens; nicht zuletzt durch die Nutzung der digitalen Möglichkeiten.
In der heutigen Zeit (diese Seite wurde erstellt in 2020) ist die Bedeutung der regionalen Berichterstattung durch Presseerzeugnisse stark zurückgegangen. Das Internet und die soziale Medien bieten für die Berichterstattung genügend Alternativen. Trotzdem gibt es in einigen Berliner Fachverbänden noch Zeitungen, die "die Fahne hochhalten". Das beste Beispiel ist die "Fußball-Woche", die standhaft über den Berliner und Brandenburger Fußball berichtet. Der Verfasser dieser Seite, der aus einer Internet-freien Zeit stammt, freut sich jeden Montag ein gedrucktes Werk über den Berliner Fußball lesen zu können und hofft dieses schöne Stück Journalismus noch lange genießen zu können.
© VSG Altglienicke e.V.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü