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VSG Altglienicke e.V. - VSG-Museum
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In diesem Raum unseres Museums haben wir Einzelstücke in loser Reihenfolge ausgestellt, mit denen wir keinen eigenständigen Raum konzipieren konnten. Thematisch stellt dieser Raum ein Sammelsurium von "Devotionalien" aus unserem Archivs dar, die keinen inneren Zusammenhang aufweisen. Die Ausstellungsstücke verbindet jedoch, dass sie alle aus der VSG-Geschichte zu DDR-Zeiten stammen; und das ist doch auch was.
Vor dem Beginn eines Wettkampfes mussten die beteiligten Vereine ein Spielformular ausfüllen. Leider haben wir keine alten Spielformulare von den Wettkampfsektionen in unserem Archiv. Von den Handballern gibt es im Archiv zwei Spielberichtsbögen und von den Keglern eine Wettkampfkarte. Da sind wir ganz stolz, dass wir derartige historische Dinge noch gefunden haben. Beide Dokumente folgen unkommentiert.
Im Jahr 1978 gab es eine Sportsgerichtsverhandlung bei den Fußballern. Auf Grund der Kurzfristigkeit entschied die Rechtskommission, der VSG den Termin über ein Telegramm mitzuteilen. Wir wollen hiermit an einen ehemaligen Postinformationsweg erinnern, der zu dieser Zeit bei kurzfristigen Terminen üblich war; auch dem geschuldet, dass man viele Verantwortliche in den Vereinen nicht über Telefon erreichen konnte. Damit meinen wir natürlich die Telefonsituation im Ostteil von Berlin. Das Telegramm war dem Grunde nach der Vorläufer des E-Mail-Verkehrs.
Einige Sportfreunde hatten schon immer einen Hang zu kreativen Dingen. Die 1.Handballmänner erstellten für die Saison 1946/1947 eine Mannschaftskarte- ein Schmuckstück. Diese Mannschaft war zudem über viele Jahre die prägende Mannschaft des Vereins. Man führte außerhalb des Punktspielbetriebes der Stadtliga viele Hallenhandball-Turniere durch. Nachfolgend ein Ankündigungsplakat für eines dieser Turniere in der Dynamohalle.
Selbstverständlich gab es in der DDR ein gut ausgeprägtes Meldewesen. Jedes Jahr forderten die Dachverbände sowie der DTSB aktuelle Mitgliederzahlen. Nachfolgend ein Meldeformular der Gymnastikabteilung aus dem Jahr 1980. Ob dieses Meldeformular in einem Umschlag mit Vereinsstempel abgeschickt wurde, wissen wir nicht. Jedenfalls nutzte die VSG für ihre Post über viele Jahre derartige Umschläge. Wer diese wohl hergestellt hat? Die Meldung der Mitgliederzahlen zur heutigen Zeit erfolgt ausschließlich digital.
Vor der Durchführung eines Fußballspiels im Stadion musste die VSG dem Schiedsrichter Ordner benennen. Dafür gab es ein Ordnerbuch, in welches die Namen der Ordner eingetragen wurden. Das letzte Ordnerbuch der Fußballer der VSG Altglienicke II war ein kleines Schul-Vokabelheft, welches wir im Archiv haben. In diesem Ordnerbuch findet man viele Namen von damaligen Ehrenamtlichen.
Selten wurde bei der VSG Eintritt kassiert. Sofern dieses erfolgte, nutze man dafür Rollenkarten. Findige Sportfreunde nutzten diese auch teilweise für den Zutritt zu Fußball-Oberligaspielen, denn derartige Eintrittskarten wurden auch als Stehplatzkarten für die betreffenden Stadien ausgegeben. Bemerkenswert ist der auf den Eintrittskarten ausgewiesene Zuschlag für den "Sportfonds". Eigentlich wusste niemand so richtig was das eigentlich war. Rechts neben den Eintrittskarten haben wir als Platzhalter noch einen kleine Sammlung von Medaillien aus DDR-Zeiten eingefügt, die bei uns im Archiv rumliegen.
Innerhalb des DTSB gab es die Masseninitiative zur Werterhaltung der Sportanlagen. Hierfür gab es Nachweisbücher und jährlich Lose für geleistete Arbeitsstunden. Bei der VSG hatte die Werterhaltung der Sportanlage einen hohen Stellenwert, denn man betrachtete die Gesamtanlage am Alten Schönefelder Weg als in Eigenleistung gebaute eigene Sportanlage.
Für die VSG-Vorgängervereine MTV Spieß Altglienicke 1883, TuSV Altglienicke 1906 und Altglienicker Ballspiel Club 1909 waren Sportfeste Höhepunkte im Vereinsleben. Nach dem 2.Weltkrieg versuchten die Sportler der SG Altglienicke (später Altglienicker Sport Verein und VSG Altglienicke) an diese Tradition anzuknüpfen. Die Resonanz hielt sich jedoch bei den traditionellen An- und Absportelfesten in Grenzen und auf die Durchführung von Stiftungsfesten wurde verzichtet. Sportfeste für Kinder- und Jugendliche Anfang der 60er-Jahre waren schnell Geschichte. Ein großes Sport- und Bürgerfest wurde jedoch im Jahr 1987 organisiert (siehe auch Seite "Sportfeste" in der Chronik). Hierzu wurden Biergläser und Scherpen angefertigt. Wie man das zu DDR-Zeiten hinbekommen hat....Beifall! Im Jahr 1981 stellte man ebenfalls ein Bierglas her, aus welchem Grund auch immer.
Noch einige Bemerkungen zu den Aufdrucken auf den Biergläsern und auf der Scherpe: "100 Jahre Sport in Altglienicke... bei der VSG Altglienicke" im Jahr 1987- war schlecht recherchiert. 1987 war keine Jubiläumszahl im Altglienicker Sport (Gründung MTV Spieß im Jahr 1883). Die VSG Altglienicke (einschl. Vorgängerbezeichungen) gründete sich als Mehrspartenverein erst im Jahr 1946. Diesen Aufdrucktext brauchte man wohl, um derartige Souveniers zu bestellen. Der Aufdruck "75 Jahre Sport" auf dem Bierglas von 1981 ist schon eher richtig. Dabei bezog man sich allerdings nur auf einen Verein, dem BSC Freiheit von 1906, der mit seiner Gründung den Beginn des organisierten Arbeitersports in Altglienicke darstellte (sonstige Sportfestmaterialien in chronik/sportfeste).
Zum Abschluss folgen in diesem Raum noch zwei schöne Stücke. Auf der linken Seite findet man eine Einladung zu einem Seniorensportfest im Stadtbezirk Treptow. Die Alterssportler nahmen häufig an diesen zentralen Sportfesten des Stadtbezirks teil und konnten teilweise auch schöne Erfolge feiern.
Rechts neben der Einladung sieht man einen Ansetzungszettel als Ormigdruck. Man fragt sich sicherlich, was an diesem Zettel so wichtig sein kann. Dazu muss man wissen, dass Ormigkopien in den Betrieben zum größten Teil nur in zentralen Pausereien angefertigt werden konnten. Da musste man schon jemanden kennen, der die Dinger mal kurz nebenbei durchzog. Frei zugängliche Thermokopiergeräte mussten nach Dienstschluss mit einem Sperrbügel für die Papierzufuhr gesichert werden. Man fragt sich nun, warum eigentlich? Damit keiner Flugblätter oder Anti-DDR-Material drucken konnte. Freie Copy-shops gab es in der DDR nicht.
© VSG Altglienicke e.V.
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