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VSG Altglienicke e.V. - VSG-Museum
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In diesem Raum unseres VSG-Museums wollen wir an eine nahezu völlig vergessene Sache in den Sportvereinen erinnern- an das Liedersingen der Sportler sowie an die öffentlichen Musik- und Gesangsaufführungen bei Sportfesten. Als sich der Sport Mitte des 19.Jahrhunderts organisierte, gab es noch keinen Runfunk. An Fernsehen war ebenfalls noch lange nicht zu denken. Das Grammophon wurde erst 1887 erfunden und war damit kein Allgemeingut. So musste man selbst kreativ werden bei Musik und Gesang. Da sich die Mitglieder von Sportvereinen nach dem Sport meist in geselliger Runde bei einem geistigen Getränk versammelten, war es üblich, zu fortgeschrittener Stunde ein lustiges Lied zu trällern. Ein Festumzug von Sportlern ohne Musikkapelle war nahezu unmöglich.
Größere und öffentliche Musikvorführungen und Gesänge waren bei den Stiftungsfesten der Vereine vor den Weltkriegen ein absolutes "Muss". Dieses kann man aus einigen Berichten und durch einige Fotos von den Stiftungsfesten ableiten. Im Jahr 1908 fand das 25.Stiftungsfest des MTV Spieß Altglienicke statt. Nachfolgend zwei Auszüge aus dem Festprogramm, welches in der Märkischen Turnerzeitung (Quelle: Staatsbiblothek Berlin) erwähnt wurde.
Nicht nur die bürgerlichen Vereine veranstalteten ihre Stiftungsfeste. Auch die Arbeiterssportler brachten zu ihren Vereinsgeburtstagen eine Menge Personal auf die Beine. Musik und Gesang waren bei diesen Veranstaltungen ebenfalls wichtige Programmteile. Sicherlich gab es Unterschiede zwischen dem bügerlichen und proletarischen Liedgut.
1933 feierte der MTV Spieß Altglienicke sein 50.Vereinsjubiläum einschl. der Weihung einer neuen Vereinsfahne. Für diese Veranstaltung wurde reichlich aufgetisch. Nachfolgend Auszüge aus dem Festprogramm mit Informationen über die künstlerischen Ausführungen sowie ein Foto von der Fahnenweihe mit der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Altglienicke. Rechst neben dem Foto der Fahnenweihe ein Foto eines Festumzuges der Freiwilligen Feuerwehr mit der Kapelle an der Spitze des Festumzuges (aus 1930).
Beim 25.Vereinsjubiläum (1934) des Altglienicker Ballspiel Club 1909 führte den Festzug ebenfalls eine Kapelle an (Foto links). Auch unmittelbar nach dem Krieg waren bei größeren Sportfesten in Altglienicke Musikvorführungen nicht wegzudenkende Programmteile. Nachfolgend in der Fotoreihe mittig ein Foto der Blaskapelle, die zur Stadioneröffnung 1951 aufspielte und rechts die Musikkapelle an der Spitze des Festumzuges zum Sportfest am 06.09.1953.
Beenden wir jedoch an dieser Stelle die Erinnerungen an diese zentralen Sportfeste. Die Sportler der Vorgängervereine der VSG versammelten sich nach dem Sport zumeist in ihren Vereinskneipen (MTV Spieß 1883 bei Haberecht, Altglienicker BC 09 bei Höft und später bei Stadelhof, die Arbeitersportler in der Köpenicker Str 6 oder bei Bodendieck in der Rudower Str. 54, Jugendlust 09 bei Ferdinand Richter). Dort ging es sicherlich zu gegebener Zeit gesangstechnisch zu Sache. Die Tradition des Sportgesanges wurde später auch über viele Jahre bei der VSG Altglienicke in den verschiedenen Sektionen regelmäßig gepflegt. Gesungen wurde auf Wanderfahrten, bei den kleineren Sportfesten der Sektionen und bei kulturellen Veranstaltungen. Natürlich saßen auch die Ballspieler, z.B. die Fußballer im Vereinszimmer, nach den Spielen häufig zusammen begannen irgendwann mit ihren Darbietungen. Basierten die Gesangsdarbietungen der Gymnastikfrauen und der Alterssportler zumeist auf klassischen Liedern, so stand bei den Ballsportarten eher das rustikale Gesangsgut im Vordergrund. Als ein historisches Sportlieder wollen wir nachfolgend ein Turnerlied nennen, welches heute noch von Turnsportlern zu feierlichen Anlässen gesungen wird.
Auf den Unterseiten dieses Raumes erinnern wir im weiteren Verlauf an Lieder, die uns als Text von unseren Vorgängervereinen bzw. von unseren früheren Sportfreunden des/r A.S.V./VSG übergeben wurden. Diese Liedsammlung haben wir nach Kategorien aufgelistet. Wir bewerten keine textlichen Aussagen in diesen Liedern, die teilweise nationale Dinge der Kaiserzeit besingen. Aber diese Lieder wurden bei den bürgerlichen Vereinen zur damaligen Zeit gesungen. Die Vollständigkeit ist uns wichtig. Über das Internet kann man viele dieser Lieder vertont finden.
Heute ist das regelmäßige Singen von Sport-, Wander- und Volksliedern in der Gemeinschaft eigentlich nicht mehr üblich. Man hat viele Lieder einfach vergessen und das gesellige Beisammensein ist vielfach stark zurückgegangen. Bei der VSG singen regelmäßig die Gymnastikfrauen und die Alterssportler. Bei den Fußballern wird der gemeinsame Gesang noch bei den Mannschaften über 50 gepflegt. Die jüngeren Ballspieler bringen heute ihr Musikequipment mit und lassen leistungsstarke Geräte in den Kabinen aufheulen bis es kracht und scheppert. Dabei wird Liedgut aufgelegt, welches dem Zeitgeist entspricht.
© VSG Altglienicke e.V.
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