Bolzplätze - Sportanlagen-nach1945

VSG Altglienicke e.V.
Sportanlagen nach 1945
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Sportplätze nach 1945
In der Zeit ab dem Kriegsende bis zum Beginn des Wohnungsbaus im Jahr 1980 gab es in Altglienicke eine Vielzahl von ungenutzten Freiflächen, die zum Fußballspielen einluden. Meist fanden sich Kinder und Jugendliche nach der Schule zusammen. Einer hatte einen Fußball und man überlegte, wo man rumknödeln konnte. So bildeten sich sogenannte Straßenmannschaften, die bei der Errichtung eines Bolzplatzes sehr kreativ waren. Zuerst wurden mit Sicheln zumeist Goldrutenfelder gerodet, dann die Stoppeln niedergetreten, bis die Füße bluteten. Danach überlegte man, wie man die Tore aufbauen sollte. Anfangs reichten Steine oder Knüppel als Torbegrenzung. Dieses führt aber häufig zum Streit, weil man nicht eindeutig erkennen konnte, ob das Ding drin war oder nicht. Also beschloß man u.a. Altstoffe zu sammeln und das Geld für die Anschaffung von Torpfosten zu nutzen. Einige konnten Pfosten und Latten auch auf andere Weise beschaffen. So entwickelten sich kleine Schmuckstücke, auf denen man untereinander spielte. Aber diese Straßenmannschaften (zumeist mit eigenem Mannschaftsnamen) traten auch gegeneinander an. Zumeist waren die Jugendlichen nicht in Vereinen organisiert. Irgendwann fanden aber einige in die Vereine, ob es nun die VSG oder die BSG Luftfahrt waren. An dieser Stelle wollen wir an einige Bolzplätze erinnern, die den Verfassern oder älteren Sportfreunden noch bekannt sind. Ergänzungen durch jüngere Sportfreunde über die Zeit ab ca. 1980 werden gern entgegengenommen.
An den Pappeln
Durch unseren Sportfreund Hans Dieter Witzke wurde uns über vier Straßenmannschaften berichtet, die sich im Sommer 1946 zusammenfanden und regelmäßig in dieser Zeit gegeneinander spielten. Begonnen hatte es mit dem 1.FC Pappeln 46 (selbstgewählter Name). Diese Mannschaft bestand aus Jugendlichen, die im Bereich Bernulfstraße/Widosteig/Salierstraße wohnten. Sie schufen sich einen Bolzplatz an der Ecke Salierstraße/Bohnsdorfer Weg und zwar diagonal gegenüber dem ehemaligen Sportplatz des MTV Spieß. Drei andere Mannschaften, die in dieser Zeit regelmäßig gegeneinander antraten, nannten sich Union Köpenicker Straße, Fortuna Wolfmarsteig und Füchse Altglienicke. Einige dieser Spieler der vier Straßenmannschaften wurden von der Sportgruppe Handball der SG Altglienicke angesprochen und wurden Mitglieder einer der erfolgreichsten Handballnachwuchsmannschaften der SG Altglienicke/A.S.V./VSG. Gesondert genannt seien an dieser Stelle Hans Dieter Witzke, Klaus Möwius, Horst Schubring, Horst (Pingo) Gräning, die alle den Weg zur VSG fanden.
Aus der privaten Fotosammlung unseres Sportfreundes Hans Dieter Witzke erhielten wir vier Fotos vom Bolzplatz "An den Pappeln" ;aufgenommen 1946.
Gerosteig
In der GAGFAH-Siedlung zwischen Schönefelder Chausse, Dankmarsteig, Ortofstraße, Gerosteig gab es eine Vielzahl von Jugendlichen, die im ungefähren gleichen Alter waren. Diese beschlossen Anfang der 60er-Jahre, sich einen Bolzplatz zu bauen. Möglich war dieses auf der noch unbebauten Seite des Gerosteiges in Höhe der Mundolfstraße. Ca. 1966 mussten sie den Platz in westlicher Richtung verlegen, da auf dem alten Platz ein Haus errichtet wurde. Bis ca. 1969 wurde dieser Platz nahezu täglich genutzt. Dann kamen die meisten zur Armee, andere fingen an einen Beruf zu erlernen oder andere hatten keinen Bock mehr. Einige gingen später zur VSG und spielten dort über viele Jahre in den verschiedensten Mannschaften. Auch diese Straßenfussballer trugen Spiele gegen andere Straßenmannschaften aus, so u.a. gegen eine Truppe aus dem Bereich Germanenstraße, gegen eine Truppe aus dem Bereich Wolfmarsteig/Wegedornstraße und gegen eine Mannschaft aus Bohnsdorf. Wenn es einen Namen für diese Mannschaft hätte geben sollen, hätte man sie 1.FC SFBeat nennen können. Während des Fußballspielens lief ständig SFBeat und war es Zeit für den Hit des Tages, so unterbrach man das Spiel und versammelte sich um das Radio. Dabei wurde dann ab und zu schon mal eine geraucht. Von den ca. 20 Jugendlichen fanden u.a. zur VSG- Michael Thiele, Hartmut (Schnucky) Krüger, Burghardt Dietrich, Peter Krüger, Dietmar Falkenstein, Jürgen Kopsch, Bernhard Bieske. Nachfolgend ein Foto einer Truppe vom Gerosteig ca. 1971.

Salierplatz/Germanenplatz
Der Salierplatz und der Germanenplatz waren eigentlich ungeeignet  zum Fußballspielen. War man dort und hatte einen Ball, so wurde dort nur ein wenig rumgeballert. Auf dem Germanenplatz wurde hauptsächlich Arschball gespielt.

Hinter der Polizei
An der Grünauer Straße gab es in Höhe des ehemaligen Polizeireviers eine große Freifläche bis in Höhe des Plumpengrabens. Die Polizei hatte sich dort einen recht komfortablen Sportplatz errichtet, auf dem sie sicherlich ihren Dienstsport durchführte. Daneben bauten sich Jugendliche aus dem Bereich Preußensiedlung, Germanenstraße einen Bolzplatz. In dieser Mannschaft spielten auch Jugendliche, die bei der BSG Luftfahrt organisiert waren, u.a. Friedrich Damrau, Michael Höhne. Diese Truppe hatte es auch fertig gebracht, sich einheitliche Spielkleidung zu beschaffen. In Handarbeit haben sie die Spielerhemden mit einem Vereinssymbol versehen, welches sehr stark an die Raute des HSV erinnerte. Spieler dieser Truppe sowie Spieler vom Gerosteig bildeten häufig eine Auswahl und spielten gegen die Polizei auf deren Platz. Das waren richtig harte Duelle.

An der Bahn
Ca. 1975 fand sich eine Straßentruppe zusammen, deren Mitglieder alle in die Willi Gall Schule gingen. Da es die bisher aufgeführten Bolzplätze nicht mehr gab, errichteten diese Jugendlichen einen Platz direkt an der Fernbahn in Höhe der heutigen Brücke über die Wegedornstraße. Beachtlich war, dass man sich für die Tore auch Tornetze besorgen konnte- woher auch immer. Von dieser Truppe fanden später Peter Kieck, Norbert Riech und Michael (Atze) Bieske zur VSG.

Spielfläche westlich des Stadions/ Fitzers Kuten/ Rudower Straße
Informationen jeweils auf den Unterseiten der Rubrik "Sportplätze nach 1945"
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