1. Fußball-Männermannschaft
Auf der nachfolgenden Seite haben wir einige Augenblicke aus der Geschichte der 1. Fußball-Männermannschaft aufgelistet. Aus der Zeit des Altglienicker BC, der 1906 gegründet und 1945 aufgelöst wurde, habe wir leider sehr wenige Informationen. Aus der Zeit von 1949 bis heute stellen wir einige Mannschaften vor, von denen uns Bilder vorliegen. Auf der Seite "Fußball" findet man zusätzlich ein ausführliches Tabellenarchiv, welches von Marco Schröder gelistet wurde.
1883-1906-1945
1883 wurde mit dem MTV Spieß der erste Altglienicker Sportverein gegründet, der jedoch keine Abteilung Fußball hatte. Der Beginn des organisierten Fußballsports in Altglienicke wird auf das Jahr 1906 zurückgeführt, als sich der Altglienicker Ballspiel Club (AGBC) gründete. Der AGBC spielte auf drei Sportplätzen, dem Sportplatz an der Rudower Straße, der bis ca. 1960 genutzt wurde, dem Sportplatz am Kiesberg sowie dem Sportplatz hinter dem Deutschen Haus. Aus der Zeit des AGBC existiert in unseren Unterlagen nur ein Foto von der Mannschaft 1936/37.
![]() |
1946-1958
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde der organisierte Sport durch die Siegermächte verboten. Alle Vereine wurden wie der MTV Spieß und der Altglienicker BC aufgelöst und es war verboten neue Vereine zu gründen. 1946 bilden sich Sportsparten, die auf kommunaler Ebene wieder Sport treiben durften. Unter der Leitung von Gustav Rockel begannen auch die Fußballer 1946 wieder mit dem Fußballsport. Es waren hauptsächlich die ehemaligen Mitglieder des Altglienicker BC, die sich jedoch nach dem Krieg nicht mehr so nennen durften. Am 22.03.1949 wurde auf einer Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Ebel der Antrag auf Zulassung des Altglienicker Sportvereines (ASV) beschlossen, da ab dem 01.04.1949 im Ostteil Berlins wieder Vereine zugelassen wurden. Die Fußballsparte des ehemaligen AGBC trat dem Altglienicker Sport Verein bei und spielte somit ab der Saison 1949/1950 unter dem Namen Altglienicker SV. Die Saison 1949/50 war bis zum Jahr 1991 die letzte Saison, in der Ost- und Westberliner Vereine einen gemeinsamen Spielbetrieb durchführten. Am 01.07.1952 nennt sich der Altglienicker SV in VSG Altglienicke um. Das nachfolgende Bild zeigt die erste Männermannschaft der VSG Altglienicke aus der Saison 1952/53. Die erste Männer spielt in dieser Zeit nach der neuen Spielklassenordnung in der 1.Kreisklasse, der dritthöchsten Spielklasse. Darüber angesiedelt sind die Stadtliga und die Stadtklasse als höchste bzw. zweithöchste Spielklasse in Ostberlin.
![]() |
In den 50er- Jahren bilden sich auch eine zweite und eine dritte Mannschaft, die teilweise mit guten Ergebnissen die Spieljahre abschließen. In dieser Zeit versuchen die Fußballer auch Nachwuchsmannschaften zu bilden. Mehr als zwei Mannschaften existieren jedoch nie. Ein kontinuierlicher Nachschub von Nachwuchsspielern in die Männer ist somit nicht möglich. Dieser Zustand wird sich erst in den 60er-Jahren verändern. Erfolge auf Grund von guten Nachwuchsmannschaften stellen sich jedoch erst wesentlich später ein.
1958-1970
Bis zum Jahr 1958 spielt die Mannschaft mit wechselndem Erfolg in der 1. Kreisklasse. Das Gesicht der Mannschaft verändert sich. Den ersten großen Erfolg gibt es im Sommer 1959 mit dem Aufstieg in die Stadtklasse. Von der Aufstiegsmannschaft gibt es kein Mannschaftsfoto. Es wurde jedoch ein Ehrenschild dieser Mannschaft erstellt (Foto wurde noch nicht gescannt-nur Fotokopie-deshalb unscharf).
![]() |
Mit dem Aufstieg in die Stadtklasse werden die sportlichen Anforderungen höher. Es zeigt sich nun deutlich, dass ohne Nachwuchsarbeit das Niveau für eine permanente Stadtklassenzugehörigkeit nicht gegeben ist. Bis zum Sommer 1964 spielt man fünf Serien in der Stadtklasse. Wird man bis zum Jahr 1963 jeweils neunter, so steigt man 1964 als letzter wieder in die 1. Kreisklasse ab. Nachfolgend ein Zeitungsausschnitt aus einer Ausgabe der Berliner Fußballwoche aus dem Jahr 1964 mit einem Tabellenstand der Stadtklasse B sowie einem Spielbericht eines VSG-Spiels.
Die Mannschaft ist überaltert, die anderen Vereine haben Nachwuchs und können sich verjüngen. Es gibt auch nicht mehr viele SG-Mannschaften in der Stadtklasse. Friedrichshagen und CW u.a. bleiben genauso wie die VSG bis zur Wiedervereinigung 1990 eine SG-Mannschaft.
Nach dem Abstieg 1964 verlassen nahezu alle Spieler die VSG Altglienicke und treten der BSG AdW (Akademie der Wissenschaften) bei. Einer der schwersten Tiefpunkte in der Geschichte der Fußballer. 1965 kann man den Abstieg in die 2. Kreisklasse nur vermeiden, weil Mannschaften zurückgezogen haben. Die Mannschaft setzt sich aus vielen älteren Spielern und Spielern der zweiten und dritten Mannschaft zusammen. Nachfolgend ein Zeitungsausschnitt aus einer Ausgabe der Berliner Fußballwoche aus dem Jahr 1965 mit einem Tabellenstand der 1. Kreisklasse sowie einem Spielbericht eines VSG-Spiels.
Anfang der 60er-Jahre gibt es bei der VSG weiterhin wenige Nachwuchsmannschaften, die dazu noch im Berliner Maßstab keine wesentliche Rolle spielen. In einer gemischten Jugend spielen jedoch einige veranlagte junge Spieler, die 1966 ins kalte Wasser geworfen werden und nahezu komplett in die erste Mannschaft eingebaut werden. Dieser Schritt erweist sich als genialer Schachzug der damaligen Verantwortlichen. Die 1. Mannschaft stabilisiert sich und kann in der Saison 1966/1967 erstmalig wieder einen gesicherten Mittelfeldplatz in der 1. Kreisklasse belegen. Nachdem sich die jungen Spieler an die Männerluft gewöhnt haben und neue gestandene Spieler dazu stoßen, wird die Mannschaft immer stärker. Verpasst man 1969 nur knapp den Wiederaufstieg in die Stadtklasse, so schafft man den Aufstieg ein Jahr später in einer spannenden Saison. Der Verrat der AdW-Abgänger ist überwunden.
![]() |
Bemerkenswert ist die durchhängende Torlatte der damals verwendeten Holzfußballtore, welche als Symbol der Holz-Torezeit unvergessen bleibt. Zu beachten ist auch der Aussichtsturm auf dem Dach der Schule, der zeitweilig durch russische Soldaten als Aussichtspunkt gen Westen genutzt wurde.
In der Berliner Fußballwoche von 1970 war damals zu lesen.
1970-1979
Die Hoffnung auf einen langfristigen Aufenthalt in der Stadtklasse erfüllt sich nach dem Aufstieg 1970 nicht. Die Mannschaft hat Klasse, aber die Gegnerschaft ist einfach besser besetzt. So steigt man nach nur einem Jahr Stadtklasse sofort wieder in die 1. Kreisklasse ab, wo man bis zum Jahr 1974 verbleibt.
In der Saison 1973/74 gibt es einen erneuten Umbruch in der ersten Mannschaft. Durch den neuen Trainer Norbert Kusch kommen neue Spieler nach Altglienicke- auch von der BSG Luftfahrt, einer Gemeinschaft, mit der es in den vergangenen Jahren oftmals Streit gab. Dazu kommen auch Spieler von BVB, die lange nach ihrer Zeit in der ersten Männermannschaft noch in den Altersmannschaften der VSG aktiv sind. Das Gefüge der Mannschaft passt und man steigt 1974 in einer Saison mit mehreren Aufsteigern wieder in die Stadtklasse auf. Von der Aufstiegsmannschaft existiert die nachfolgende schöne Fotomontage, die für DDR-Zeiten das Maximum an fototechnischer Qualität darstellte.
![]() |
In der Stadtklasse folgen drei schwere Serien, in denen man jedoch sicher die Klasse halten kann. Man wird zehnter, dreizehnter und zwölfter. Nach ganz oben reicht es nicht.

In dieser Zeit stoßen neue Nachwuchsspieler zur ersten Mannschaft. Es ist das zweite Mal, dass nach der gemischten Jugend 1966 ein größerer Block aus dem eigenen Nachwuchs integriert wird. Die Spieler dieser Nachwuchsgeneration waren auch die ersten, die mit der Jugend und mit den Junioren einen Aufstieg in die Stadtklasse des Nachwuchses schafften. Mit den Junioren spielt man nach deren Aufstieg bis Ende der 80er-Jahre in dieser zweithöchsten Nachwuchsklasse. Die Junioren werden ab Mitte/Ende der 70er-Jahre das Flagschiff der Nachwuchsabteilung der Abteilung Fußball. Es ist der Beginn einer kontinuierlichen Nachwuchsarbeit.
![]() |
Leider steigt man im Sommer 1978 unglücklich wieder in die 1. Kreisklasse ab, bleibt dort aber nur ein Jahr um sofort wieder in die Bezirksklasse (ein neuer Name für die ehemalige Stadtklasse) aufzusteigen.
1980-1989
Die 80er-Jahre sind die zu diesem Zeitpunkt erfolgreichsten Jahre in der Geschichte der 1. Mannschaft der VSG Altglienicke. Es zahlt sich aus, dass in der VSG eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit existiert. Gute Fußballer kommen jedes Jahr aus den Junioren und werden in den in dieser Zeit existierenden vier Männermannschaften eingesetzt. Es ist die Zeit, in der nahezu 75% aller Fußballer aus dem eigenen Nachwuchs kommen. Leider beginnen die 80er nicht so optimal. Man muss im Sommer 1981 noch einmal in die 1. Kreisklasse absteigen. Man bleibt aber dort nur ein Jahr und ist wieder in der Bezirksklasse.
Zu dieser Zeit übernimmt Jörg Detlev Dollhardt von Norbert Kusch das Amt des Trainers der 1 Männermannschaft. Diese Zeit erreicht im Jahr 1989 ihren bisherigen Höhepunkt in der Geschichte der ersten Männermannschaften. Nach dem Wiederaufstieg in die Bezirksklasse im Jahre 1982 bleibt die Mannschaft jeweils ohne Abstiegssorgen. Für die Saison 1988/1989 bildet sich eine Mannschaft heraus, die vom Alter her gut durchsetzt ist und fußballerisch zu dem besten gehörte, was bisher im Volksstadion spielte. Man spielt in der Serie 1988/1989 im oberen Tabellendrittel mit. Zum Ende der Saison hält man unerwartet Anschluss an die Spitze und ist am Ende Tabellenzweiter. In zwei Ausscheidungsspielen schlägt man Einheit Pankow und wird dritter Aufsteiger in die Bezirksliga. Das ist für die VSG-Fußballer als privater Verein ohne Betriebsunterstützung wohl der größte Erfolg seit 1946. Man ist erstmalig in der höchsten Spielklasse von Ostberlin.

oben von links: Schley, Mietchen, Ringwelski, Hagemann, M.Lingies, Gündel, Dollhardt, Heilemann
unten von links: Beeck, Smietana, Zapke, Kieck, Baumgardt, T.Kotz, Rotkait
1990-2006
Für die Saison 1989/90 wird die VSG Altglienicke als der Absteiger Nr. 1 in der Bezirksliga bezeichnet. Die Mannschaft verstärkt sich und kann sich am letzten Spieltag die Zugehörigkeit zur Bezirksliga sichern. In diesem Jahr gelingt auch der erste Pflichtspielsieg mit 3:2 über den Ortsrivalen BSG Luftfahrt im Volksstadion- ein unvergessenes Spiel.

Das Jahr 1989 ist von grundlegenden politischen Veränderungen in der DDR geprägt. Am 09.11.1989 fällt die Berliner Mauer und die Wiedervereinigung Deutschlands zeichnet sich ab. Am 01.07.1990 wird auf dem Gebiet der DDR die D-Mark eingeführt. Am 03.10.1990 wird die Wiedervereinigung Deutschlands vollzogen. Der Fußball tritt etwas in den Hintergrund, da es für jeden neue persönliche Herausforderungen gibt. In der Saison 1990/1991 belegt die Mannschaft in der Bezirksliga/Landesliga Ost einen sehr guten 10.Platz. Im Jahr 1990 wird das Turnier zur Deutschen Einheit durch den TSV Rudow ins Leben gerufen. Das erste Turnier gewinnt die VSG Altglienicke und kann das zweite Turnier 1991 nochmals im Volksstadion ausrichten. Auch dieses zweite Turnier kann die VSG gewinnen. In den nachfolgenden Jahren bis 2006 gelingt dann nur noch einmal ein Turniersieg.
Die Vereinigung der Fußballverbände Berlin Ost und Berlin West wird 1991 durchgeführt. Die VSG spielt weiterhin in der Bezirksliga, die ab der Vereinigung der Verbände als Landesliga Ost bezeichnet wird. Ab dem Spieljahr 1991/92 spielen die Vereine beider Berliner Verbände wieder eine gemeinsame Meisterschaft in einem geeinten Verband aus, der im Jahr 1949 durch die politischen Gegebenheiten getrennt wurde. Das Niveau der Landesliga 1. Abteilung ist zu hoch und die VSG steigt im ersten gemeinsamen Jahr aus der höchsten gemeinsamen Berliner Spielklasse ab. Für die Fußballer der VSG ist es jedoch ein unvergessliches Ereignis, in der ersten gemeinsamen Saison nach der Wiedervereinigung Deutschlands in der höchsten Berliner Spielklasse spielen zu dürfen.

Leider können Entscheidungen zur 1. Mannschaft ab dieser Zeit nicht mehr allein durch die Abteilungsleitung erfolgen. Sponsoren gewinnen einen sehr starken Einfluss. So kommt es 1993 zum Wechsel des Trainers. Wolfgang Berndt stellt eine völlig neue Mannschaft zusammen, die in den Serien bis 1996 einen sehr guten Fußball spielt. Leider erreicht diese Mannschaft nie die Identifikation mit der VSG Altglienicke, so wie es in den vergangenen Jahrzehnten immer der Fall war. 1995 gelingt unter Übungsleiter Hartmut Felsch der Wiederaufstieg in die Landesliga, die in diesem Jahr allerdings nur die zweihöchste Spielklasse in Berlin ist, da zwischenzeitlich als höchste Spielklasse die Verbandsliga eingeführt wurde.

1996 verlassen nahezu alle Spieler der 1. Männermannschaft und Übungsleiter Felsch die VSG Altglienicke. Es erfolgt ein Absturz von der Landesliga bis in die B-Klasse. In dieser kritischen Situation beschließen die Aktivposten der Abteilung noch verstärkter auf den Nachwuchs zu setzen. Als Ziel setzt man sich, innerhalb von 10 Jahren ein normales angemessenes Sportniveau in der Abteilung zu erreichen.
Nach Übungsleiter Hartmut Felsch übernimmt kurzzeitig Andreas Sindermann und danach Jörn Moch das Training der 1. Männermannschaft. Die erste Männermannschaft steigt bis zur Jahrtausendwende bis in die B-Klasse ab. Die Abstiege werden jedoch nicht überbewertet. Es geht um das Gesundwerden und um die Schaffung einer neuen Basis.
Nach den Abstiegsjahren finden im Sommer 2000 einige Neuzugänge den Weg zur VSG Altglienicke. Durch diese Spieler sowie weiteren Zugängen und einigen alten VSGern gelingt ein Stoppen der Abstiegskette. Man stabilisiert sich ab 2001 in der B-Klasse.

Durch die intensivere Nachwuchsarbeit wird parallel dazu die Grundlage für eine neue erste Männermannschaft gelegt. Im Sommer 2003 treten eine Vielzahl von A-Jugendspieler in den Männerbereich über. Man schafft mit der neuen Mannschaft im Jahr 2004 den Aufstieg in die A-Klasse.

Parallel zur der sich stabilisierenden 1. Mannschaft existiert seit 1998 eine selbständige zweite Männermannschaft, die als VSG Altglienicke II die Reservemannschaft der ersten Mannschaft darstellt. Diese Mannschaft besteht aus vielen ehemaligen VSG-Nachwuchsspielern, die den Sprung in die erste Mannschaft nicht geschafft haben bzw. ihn nicht schaffen wollten. Mit dem Beschluss des Fußball-Verbandstages im Jahr 2002 können 2. Mannschaften ab der Serie 2003 als aufstiegsberechtigte Mannschaften am Spielbetrieb der ersten Mannschaften teilnehmen. Zu diesem Zeitpunkt wird bei allen Verantwortlichen der Fußballer ein entscheidender Unterlassungsfehler begangen. Es kommt zu keiner sinnvollen Vereinigung der beiden Mannschaften.
Durch eine weitere Umgestaltung des Wettspielbetriebes im Jahr 2006 besteht sogar die Möglichkeit, dass die 2. Mannschaft parallel zur 1. Mannschaft in die A-Klasse aufsteigen kann. Leider steigt die 1. Mannschaft in diesem Jahr in die B-Klasse ab und damit verfällt das Aufstiegsrecht der 2. Mannschaft.
Im Sommer 2006 beginnt dann ein interner Kraftakt zur Bündelung der Kräfte beider Mannschaften und ein externer Kraftakt zur Einforderung des Aufstiegsrechtes für die zweite Mannschaft beim Fußballverband, der nach vielen Verhandlungen und Entscheidungen dann doch erreicht wird. Durch die Abteilungsleitung Fußball werden die Zuständigkeiten für die zwei Männermannschaften neu festgelegt. Ab der Saison 2006/2007 liegt die Verantwortung für die 1. Männermannschaft bei Daniel Böhm.
ab 2006
wird weitergeführt
c VSG Altglienicke, 26.05.2010 B.Bieske