Das Ende - Chronik-Abteilung Kegeln

- Abteilung Kegeln- Chronik -
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Schließung der Kegelbahn- Die eigentliche Ursache !
Im Jahr 1995 wird durch das Sportamt vorgeschlagen, das Stadion Altglienicke in einen Kunstrasenplatz umzubauen. Das wird durch die Abteilung Fußball abgelehnt, weil man die Sportanlage in der bisherigen Form einschl. des schönen Rasenplatzes erhalten will. In ursprünglichen Bebauungsplänen für Altglienicke aus den 90er-Jahren findet man außerdem Standorte für die Errichtung neuer Sportanlagen. Die Einwohnerzahl von Altglienicke wächst bis 2001 stetig an und auch die Sportlerzahl der VSG nimmt permanent zu. Der Vorstand versucht, dass die Errichtung eines zweiten Sportplatzes in die bezirkliche Planung aufgenommen wird. Dieses geschieht auch durch den Bezirk Anfang 2001 mit der Aufnahme des Neubauvorhabens Sportplatz Hornkleepfad in die Sportanlagenplanung. Im Februar 2002 erhält der Verein jedoch die Mitteilung, dass diese Neubauplaung aus finanziellen Gründen gestrichen wurde. Man teilt der VSG mit, dass der Bau eines zweiten Sportplatzes auf lange Sicht nicht mehr für Altglienicke vorgesehen ist. 2003 regt das Sportamt erneut an, das Stadion Altglienicke umzubauen, da die Mitgliederzahl u.a. bei den Fußballern weiterhin steigt und der alte Platz völlig überlastet ist. Der kleine Hartplatz hinter dem Hauptplatz wird dazu noch geschlossen. In der Vorstandssitzung vom 06.06.2003 erfolgt durch den Vorstand und allen Abteilungen die Zustimmung zu dieser Umbaumaßnahme. Eine Alternative zu dieser Entscheidung gab es nicht.
Die Bauraten 1 und 2
In den Jahren 2004 bis 2005 wird das Stadion Altglienicke im Rahmen von zwei Bauraten von einem Naturasen in einen Kunstrasen umgewandelt. In der Baurate 1 erfolgen eine teilweise Grunderneuerung der Medienanlagen sowie Entwässerungsmaßnahmen im Rahmen von Baubasisleistungen. Auch die Ertüchtigung der Zuschauerränge gehört dazu. In der Baurate 2 werden die Sportplatzflächen und die Beleuchtungsanlage errichtet. Die neue Sportanlage geht am 11.06.2005 in Betrieb. Durch die nun mögliche zeitlich erweiterte Nutzung des Kunstrasen-Hauptplatzes erhöht sich die Anzahl der Fußballmannschaften weiter. Die 1.Mannschaft kann im Jahr 2012 in die NOFV-Oberliga aufsteigen und man spielt auch in dieser Spielklasse im Stadion. Nun stellt sich die Kabinenfrage, denn mit fünf kleinen Umkleidekabinen und drei Duschköpfen kann man keinen geregelten Trainings- und Spielbetrieb durchführen und Gastmannschaften aus der Oberliga fragen häufig, wo denn eigentlich der richtige Sportplatz sei.
Die Baurate 3- Varianten und Diskussionen
In einer dritten Baurate soll das Sportplatzgebäude ertüchtigt werden. Nachdem bis ca. 2012 Ruhe zur dritten Baurate im Sportheim herrscht, kommt ab 2013 wieder Bewegung in die Angelegenheit. Die Sportanlage platzt aus allen Nähten, da der Zulauf der Sportler speziell im Fußball immer größer wird. Fünf Umkleidekabinen im Miniformat sind kaum für die Kreisliga tauglich. Die sanitären Anlagen genügen ggf. den Ansprüchen der 50er-Jahre. Ein Umbau der Kabinen und der Sanitäreinrichtungen ist zwingend erforderlich.
Das Sportamt will innerhalb dieser Baurate 3 sowohl die Gaststätte als auch die Kegelbahn zu Gunsten neuer Kabinen und erweiterter Sanitäreinrichtungen zurückbauen. Das stößt auf erbitterten Widerstand seitens der VSG. Durch den Vorstand wird versucht, sowohl die Gaststätte als auch die Kegelbahn zu retten. Durch die VSG werden in den Jahren 2013 bis 2014 mehrere Lösungsvorschläge erarbeitet, die einen Umbau des Saals sowie eine Aufstockung über dem bisherigen Sportbereich vorsehen. Diese Vorschläge werden durch das Sportamt nur zur Kenntnis genommen und nicht in Erwägung gezogen. Für das Amt steht fest, dass der Umbau so erfolgt, wie es das Amt will. Dabei argumentieren die Amtsvertreter sehr geschickt und schieben die Entscheidung in die Verantwortlichkeit der VSG. Es gibt nur die Varianten der Schließung der Gaststätte mit dem Umbau des zweigeschossigen Gebäudes oder die Schließung der Kegelbahn mit dem vollständigen Umbau des eingeschossigen Sportbereiches einschl. Rondell. In diesem Zeitfenster wurde seitens des Sportamtes nochmals die Variante "Kauf des Sportplatzgebäudes durch die VSG" mit ins Spiel gebracht, trotzdem jeder sachlich Denkende wissen müsste, dass eine Übernahme einer derartigen Schrottanlage kein gemeinnütziger Verein machen würde. Die Offenlegung der Kosten für das Betreiben einer Kegelbahn erfolgte trotz mehrfacher Ankündigung durch das Sportamt nie.
Die Entscheidung
Der Vorstand der VSG kann zwischen Pest und Cholera wählen. Entscheidet man sich gegen beide Varianten, so fällt der Umbau des Sportheimgebäudes aus. Wie soll man sich entscheiden ? Die mitgliederstärkste Abteilung Fußball wünschte sich logischerweise eine Erweiterung der Umkleidemöglichkeiten und der Sanitäranlagen, da der Zulauf speziell von Jugendlichen ungebremst ist. Die Errichtung eines zweiten Sportplatzes für das 27.000-Einwohnerdorf Altglienicke (wie Aschersleben, Güstrow, Grimma) wird es nicht geben. Dieses hätte das Stadion und die Kegelbahn gerettet. Die Mitgliederzahl der Kegler geht im Jahr 2014 auf 27 Aktive zurück. Es sind zu diesem Zeitpunkt auch keine Nachwuchskegler zu erwarten. Außer den Keglern nutzten aber auch die Abteilungen Gymnastik, Alterssport und Handball die Kegelbahn an den Vormittagen zum Freizeitsport.

Im Jahr 2014 kommt dann erhöhter Druck in den Vorgang.
Auf der Vorstandssitzung am 14.02.2014 ist der Amtsleiter des Sportamtes zu Gast, der die geplante Baumaßnahme vorstellt. Im Sportbereich des Gebäudes sollen acht Umkleidekabinen mit neuen Sanitäreinrichtungen auf Basis eines Musterraumprogramms für Kunstrasenpätze entstehen (zu diesen Mindestanforderungen gab es schon mal andere Schreiben, die aber hier unerwähnt bleiben). Für diese Baumaßnahme fällt die Kegelbahn. Diese Information ist durch die Abteilungsleiter kurzfristig in den Abteilungen bekannt zu geben und es ist ein jeweiliges Stimmungs- und Meinungsbild für eine mögliche spätere Abstimmung einzuholen.

Am 28.02.2014 kommt es im Vorstand der VSG zu einer Aussprache zur vorgesehenen Umbauvariante des Sportamtes. So richtig einig ist man sich nicht. Eigentlich wurden die Vorschläge der VSG durch das Sportamt noch nicht abgelehnt. Man hoffte immer noch im Rahmen eines runden Tisches auf Festlegung einer Umbauvariante einschl. Weiterbetrieb der Kegelbahn. Aber das Sportamt macht zeitlichen Druck. Der Vorstand schreibt am 02.03.2014 u.a.
"....Die von Seiten des Vereins durch Frau L.... erstellte Umbauvariante, basierend auf den Plänen des Bauamtes von 2011, blieb durch Ihr Amt bisher völlig unkommentiert und unberücksichtigt. Da diese aus unserer Sicht eine dem Bedarf entsprechende Lösung darstellt – unter der Voraussetzung dass der Bereich im OG einen separaten Zugang erhält - würden wir diese Variante gern mit in die Diskussion aufnehmen. .....Es hat sich jedoch auch eine sehr starke Tendenz gezeigt, die die Notwendigkeit des Umbaus unter Verzicht auf die Kegelbahn als Möglichkeit erkennt und befürwortet. Jedoch besteht bei den Vorstandsmitgliedern noch Erklärungsbedarf, wie dieser Umbau finanziell und bautechnisch umgesetzt werden soll...."

Am 10.03.2014 gibt es im Sportamt zum Sachstand eine Aussprache. Die Bauvariante der VSG sowie die Aufstockung des Sportbereiches wurden durch das Sportamt endgültig abgeleht. Eine Begründung zu diesen Ablehnungen gab es dem Grunde nach nicht, so dass nur die nachfolgenden zwei Varianten des Sportamtes als Eigentümer der Anlage verblieben.
Variante 1: Rückbau der Kegelbahn und Errichtung von vier neuen Kabinen ab 01.09.2014 sowie Umbau der alten Kabinen im Jahr 2015/2016 einschl. Errichtung von neuen Sanitäranlagen in der jeweiligen Baurate.
Variante 2: Erhalt der Kegelbahn und Umbau der alten Kabinen mit Reduzierung der Anzahl von fünf auf vier.

Am 26.03.2014 kommt es in der Vorstandssitzung zur Abstimmung. Dabei wird zur Abstimmung gebracht:
Abstimmungsvorschlag 1: Wegfall der Kegelbahn und Errichtung von acht neuen Kabinen nach Variante 1 des Sportamtes.
Abstimmungsvorschlag 2: Umbau der vorhandenen Kabinen und Erhalt der Kegelbahn nach Variante 2 des Sportamtes.
Das Ergebnis der Abstimmung ist denkbar knapp. Zum Abstimmungsvorschlag 1 gibt es sieben Stimmen dafür, sechs Stimmen dagegen bei einer Enthaltung. Zum Abstimmungsvorschlag 2 gibt es damit sechs Stimmen dafür, sieben Stimmen dagegen bei einer Enthaltung. Diese Entscheidung wird dem Sportamt per 31.03.2014 mitgeteilt.

Am 25.04.2014 findet die Jahreshauptversammlung der VSG statt. Es wird ausführlich über den Umbau des Sportheims gesprochen. Der Vorstand berichtet, dass die Vorstandssitzung am 26.03.2014 den Umbau der Kegelbahn beschlossen hat (7-6-1). Die Anwesenden bitten trotzdem um einen letzten Versuch, die Kegelbahn zu retten und regen eine Unterschriftensammlung zur Aufstockung des Sporttraktes an. Dieses wird in der JHV beschlossen ohne die zu erwartende Resonanz einschätzen zu können. Der Vorstandsbeschluss vom 26.03.2014 zum Umbau der Kegelbahn wird in der JHV jedoch nicht außer Kraft gesetzt.

In den folgenden Wochen zeigt sich, dass die Unterschriftensammlung umstritten war und kaum Hoffnung auf Erfolg hatte. Die Entscheidung wurde bereits getroffen. In den nächsten Monaten tritt ein wenig Ruhe hinsichtlich des Umbaus ein bis das Sportamt den Umbauplan vorlegt. Der Umbau soll am 01.09.2014 beginnen. Damit endet der Kegelbetrieb in Altglienicke am 31.08.2014 nach 63 Jahren, 1 Monat und 17 Tagen. Ein ganz schwarzer Moment in der Vereinsgeschichte aber auch ein Blick in die Zukunft mit der Hoffnung auf einen Mitgliederzuwachs in anderen Abteilungen speziell im Fußball.

Nach dem Ende des Kegelbetriebes in Altglienicke verlassen viele Mitglieder der Abteilung Kegeln die VSG. Zwei Mannschaften spielen noch unter VSG Altglienicke die Saison 2014/2015. Die Kegler dieser Mannschaften teilen aber bereits mit, dass sie mit dem Saisonende am 31.03.2015 den Verein wechseln werden. Die Abteilung Kegeln wird am 31.03.2015 aufgelöst.

Nachfolgend noch ein paar Aufnahmen die den Urzustand der Bahn, die Räumlichkeit nach dem Abriß, den Rohbau (ungefähr Bahnmitte) und eine neue Kabine nach der Inbetriebnahme (Kabine in Höhe des alten Kugeleinschlages) zeigen.

Zum Abschluss noch ein Foto vom alten Kugeleinschlag mit unserem Vereinsabzeichen sowie eine Sammlung von Medaillien der Kegler; zur Erinnerung und immer GUT HOLZ !

© VSG Altglienicke e.V.
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