DRL-NSRL - Chronik-Geschichte

- Chronik- Geschichtliche Hintergründe -
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Hinweis: Wir haben auf dieser Seite notwendige Informationen über die Struktur des Sportbetriebes in der Zeit von 1933 bis 1945 dargestellt und eine Einordnung des Sportbetriebes Altglienicker Vereine mit aufgenommen. Auf die Verwendung von Zeitungsmaterial haben wir verzichtet, trotzdem dadurch die Seite etwas langweilig aussieht.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30.01.1933 gab es umfangreiche Umgestaltungen im Deutschen Sport. Am 28.04.1933 wurde ein Reichskommissar für Turnen und Sport eingesetzt. Existierte ab 1917 mit dem Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen (DRA) eine Art übergeordneter Dachverband (jedoch ohne Arbeitersportvereine) als Nachfolgeorganisation für die Komitees zur Beteiligung an den Olympischen Spielen (1895-1917), so wurde dieser DRA mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 10.05.1933 aufgelöst. Am 19.07.1933 wurde ein Reichssportführer gewählt, dem der gesamte Deutsche Sport unterstellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren die Arbeitersportvereine bereits aufgelöst.

Am 23.01.1934 wird als neue Dachorganisation der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL) proklamiert (09.03.1934- Gründungssitzung/ 27.07.1934- DRL-Kongreß). Die Fachverbände wurden in diesen DRL überführt und in Fachämter gegliedert. Am 23.12.1933 wurde in Berlin der Fußballdachverband V.B.B. (mit AGBC 09) aufgelöst und in den Sportbereich Gau III Berlin- Brandenburg des Fachamtes 2 überführt. Das Geräteturnen (mit MTV Spieß Turnen und Gymnastik) wurde in das Fachamt 1 und die Handballer in das Fachamt 4 (mit MTV Spieß Handball) überführt. Die 1868 gegründete Deutsche Turnerschaft (mit Kreis Berlin-Brandenburg/Spreegau/MTV Spieß Altglienicke) existierte nach Übernahme in das Fachamt 1 nur noch vom Namen her und wurde am 30.09.1936 endgültig aufgelöst. Einen offiziellen Handballbund gab es nicht, da die Handballer in verschiedene Dachorganisationen zersplittert waren.
Die Struktur der für den Gau III Berlin-Brandenburg zuständigen Organisation des DRL wird nachfolgend zur Information kurz beschrieben. Es gab einen Gauvorstand mit acht unmittelbaren Mitarbeitern des Gauführers (Stellvertreter, Sportwart, Kassenwart, Dietwart (Feiern,Feste), Jugendwart, Frauenwartin, Pressewart, Amtmann). Darunter waren die mittelbaren Gaufachwarte für die Fachabteilungen angehangen. Im Gau III Berlin-Brandenburg gab es die nachfolgenden Fachämter: 1-Turnen, 2-Fußball, 3-Leichtathletik, 4-Handball, 5-Schwimmen, 6-Schwerathletik, 7-Fechten, 8-Hockey, 9-Tennis, 10-Rudern, 11-Kanu, 12-Eis- und Rollschuhlauf, 13-Boxen, 14-Skilauf. Die gleiche Struktur gab es dann in den darunter strukturierten jeweiligen 11 Kreisen des Gaues III Berlin-Brandenburg sowie in den Vereinen der Kreise. Die 11-Kreise waren: 1-Berlin, 2-Jahnkreis (Wittstock, Wittenberge), 3-Ruppin (Fehrbellin, Lindow), 4-Barnim, Uckermark, 5-Südmark, 6-Havelland, 7-Ostmark, 8-Oder, 9-Neumark, 10-Ostlausitz, 11Westlausitz. (Quelle: Staatsbibliothek, Verordnungsblatt des DRL- Gau III Berlin Brandenburg)

Am 21.12.1938 wurde der DRL in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umgewandelt und unterstand direkt der Nazipartei. Der Gau III Berlin- Brandenburg erhielt am 01.01.1939 eine neue Bezeichnung und hieß nun Gau Berlin-Kurmark. (Quelle. Staatsbibliothek, Verordnungsblatt des NSRL vom 05.01.1939)

Im Zeitraum von 1933 bis 1945 existierten in Altglienicke nur noch die oben und nachfolgende genannten Vereine mit den genannten Abteilungen/Sparten.

Fußball-Informationen zur Staffelstruktur
Im Jahr 1933 wurden die Gauligen als oberste Spielklasse eingeführt. Die höchste Spielklasse war die Gauliga Gau III-Brandenburg. In dieser Gauliga spielten damals BSV 92, Union Oberschöneweide, Hertha BSC, Wacker 04, Blau-Weiß 90, Tennis Borussia, Bewag, Viktoria 89, Minerva 93 und Nowawes (Babelsberg 03).
Die zweithöchste Spielklasse war die Bezirksklasse mit den Staffeln Ost und West. Dritthöchste Spielklasse war die Kreisklasse 1 mit den Regionen Ost, West, Süd und Nord jeweils unterteilt in die Abteilungen A und B. Der AGBC 09 spielte in der Region Ost in der Abteilung A. Unterste Spielklasse war die Kreisklasse 2 mit den Regionen Ost, West, Süd und Nord jeweils in den Abteilungen A, B und C. Anpassungen der Staffelstrukturen nach dem Kriegsbeginn werden hier nicht mehr aufgeführt.
Der Fußballverein AGBC 09 stellte nach derzeitigen Recherchen am 26.04.1942 seinen Spiebetrieb ein, existierte aber "auf dem Papier" weiter.

Turnen und Gymnastik-Informationen zur Turnklassenstruktur
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gab es in der bürgerlichen Turnbewegung einige Veränderungen. Der alte Spreegau (mit MTV Spieß Altglienicke) wurde aufgelöst und in den Turngau Berlin überführt. Diesem Turngau Berlin wurden Vereine zugeordnet, die in Berliner Ortsteilen ansässig waren. Vereine aus dem Berliner Umland, die früher dem Spreegau angehörten, wurden nicht mehr in den Turngau Berlin überführt. Nach Auflösung der Deutschen Turnerschaft im Jahr 1936 und damit der gesamten Vereinsstruktur dieser Organisation, wurden im Fachamt 1- Turnen und Gymnastik Turnklassen eingeführt. Wir vermuten, dass die Einführung der Turnklassen im Jahr 1935 erfolgte. In den Ausgaben der Märkischen Turn- und Sportzeitung aus dem Jahr 1936 kann man diese Turnklassenstruktur bereits finden. Diese Turnklassen orientieren sich an der Struktur anderer Fachämter wie z.B. des Fachamtes 2- Fußball oder des Fachamtes 4-Handball. Die oberste Turnklasse war die Reichsklasse, darunter folgten die Gauklassen 1, 2 und 3 als überregionale Turnklassen. Regional (für Kreis 1-Berlin und die weiteren Brandenburger Kreise) wurden danach die Kreisklassen und darunter die Unterkreisklassen gebildet. Nach Beginn des Krieges gab es umfangreiche Anpassungen bei der Turnklassenstruktur.
Die Turner und Gymnastikfrauen des MTV Spieß sind in einer Sportzeitschrift letztmalig zum 22.02.1942 gelistet. Sie sollen einen Turnvergleichskampf austragen, zu dem sie aber nicht mehr antreten.

Handball- Informationen zur Staffelstruktur
Ab 1933 gab es überregionale und regionale Spielklassen. Da die Handballer des MTV Spieß nie überregional spielten, erwähnen wir nachfolgend nur die regionalen Spielklassen des Kreises 1- Berlin.
Unterhalb der überregionalen Bezirksklasse gab es die Staffeln in den Kreisen. Die höchste Spielklasse im Kreis 1- Berlin war die 1. Kreisklasse. Diese war in die vier Regionalabschnitte Nord, Ost, Süd und West unterteilt. In jedem Regionalabschnitt der 1.Kreisklasse gab es zwei Staffeln, die als Gruppen A und B bezeichnet wurden. Diese regionale Unterteilung setzte sich nach unten fort. Die zweithöchste Spielklasse war die 2.Kreisklasse. Darunter gab es noch die 3.Kreisklasse. Die Staffelgrößen und Staffelanzahlen waren je Regionalbereich unterschiedlich. Parallel zu dieser aufgeführten Struktur für die ersten Mannschaften gab es die gleiche Struktur für zweite und dritte Mannschaften. Dabei waren die Staffelanzahlen und Staffelstärken natürlich abweichend von denen der ersten Mannschaften, da nicht alle Vereine zweite oder dritte Mannschaften hatten. Bei den Frauen kam es auf Grund unterschiedlicher Mannschaftsanzahlen teilweise auch zu Zusammenschlüssen. So spielten die MTV Frauen in der Serie 1938-1939 in einem Regionalbereich Nord-Ost. Für Nachwuchsmannschaften gab es eine zentrale Jugendverwaltung, die durch den Gau III bzw. den Kreis 1 gestellt wurde. Diese Staffelstruktur existierte von 1933 bis 1940. Danach kam es auf Grund des Krieges zu Staffelanpassungen.
Die Handballer des MTV Spieß nahmen als Spielunion Adlershof/Altglienicke zumindest bis zum 24.01.1943 am Spielbetrieb des Fachamtes 4 teil. Danach liegen uns keine Informationen mehr vor, da von diesem Zeitpunkt ab keine Sportzeitschriften mehr vorhanden zu sein scheinen.
Der MTV Spieß Altglienicke existiert wie der AGBC 09 trotz seiner Nichtteilnahmen am Wettkampfbetrieb bis zum Ende des Krieges weiter.
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