VSG Altglienicke e.V. Chronik-Geschichte


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1952-1959

1951- Altglienicker Sportverein

Der 1949 offiziell gegründete Altglienicker Sportverein ist ein privater Sportverein ohne Betriebsbindung. Ab 1951 versucht die Sportführung der DDR alle Vereine an Betriebe anzugliedern. Am 11.09.1951 wird seitens der BSG Chemie Adlershof versucht, eine Vereinigung mit dem Altglienicker Sportverein herbei zu führen.

Dieses wird durch den Vorstand des Altglienicker Sportvereins in der Vorstandsitzung am 09.10.1951 abgelehnt.

Gleichzeitig motiviert der Vorstand alle Abteilungen zu zeigen, dass der Sport auch in privaten Vereinen seine Zukunft hat.

Der Altglienicker Sportverein bleibt ein privater Verein ohne Betriebsbindung. Diese Entscheidung für die SG im Jahr 1951 prägt den ASV bzw. die VSG für die nächsten Jahrzehnte. Es ist die Basis für das Erreichen einer tiefen Identität der Mitglieder mit ihrem Verein.

1952- 1959- VSG Altglienicke

1952 verbietet die DDR- Sportführung die Bezeichnung "Verein". Im Vorstand des ASV wird über den neuen Vereinsnamen beraten. In der Vorstandssitzung am 15.05.1952 wird ein etwas ungewöhnlicher Namensvorschlag gemacht.

In der Vorstandssitzung am 10.06.1952 wird endgültig der neue Name festgelegt.

Das Vorstandsprotokoll vom 09.07.1952 wird bereits unter dem Kopf VGA verfasst.

Entsprechend des Zeitfensters sollte damit die Umbenennung auf den 01.07.1952 festgelegt werden. Einige Mannschaften starten in ihren Fachverbänden jedoch noch bis in das Jahr 1953 unter dem Namen Altglienicker Sportverein; eine unwesentliche Unkorrektheit. In einem weiteren Bericht wird die Namensänderung mit dem 31.08.1952 verbunden. Hierzu gibt es jedoch keinerlei Belege.

Nach dem Sporfest zur Stadion-Einweihung findet am 06.09.1953 im Volksstadion ein weiteres großes überregionales Sportfest statt. Der Magistrat vergibt die Berliner Mehrkampfmeisterschaften der Turner und Gymnastiksportler nach Altglienicke. Die Resonanz ist nicht so groß wie bei der Stadioneinweihung. Trotzdem muss die Veranstaltung gut vorbereitet werden. In der Vorstandssitzung vom 22.08.1953 wird festgelegt.

Anfang der 50er-Jahre gibt es einen konstanten Spielbetrieb bei den Fußballern und bei den Handballern. Aber auch die anderen Abteilung führen einen stetigen Sportbetrieb durch. Die Kegler haben erfolgreich mit der Teilnahme an den Meisterschaften des Kegelverbandes begonnen. Die Abteilung Turnen gliedert sich in zwei Bereiche. Turnen gibt es für Frauen und für Männer und als selbständige Gruppe existiert eine Frauengymnastikgruppe. In allen Sektionen werden auch regelmäßig Feiern durchgeführt. Die nachfolgenden Fotos zeigen die Turner bei einer Turnerehrung in der Sporthalle der 14.Grundschule sowie eine Aufnahme von einem Kegelwettkampf von 1952. Zwei weitere Fotos zeigen die Gymnastikfrauen bei einer Wanderung sowie bei einer Feier im Sportheim aus dem Jahr 1953.

Nach der Durchführung der Berliner Mehrkampfmeisterschaften am 06.09.1953 soll die VSG Altglienicke am 26.06.1955 nochmals diese Veranstaltung in Altglienicke durchführen. Leider entscheidet der Magistrat kurzfristig, dieses Sportfest nach Weißensee zu verlegen. In der Jahreshauptversammlung vom 17.03.1956 wird hierzu seitens des Vorstandes Stellung bezogen.

Das war es dann wohl. Auch wenn bei vielen VSGern dieser Vorgang in Vergessenheit geraten ist, war er doch ein Punkt, der uns als private SG noch mehr zusammenschweisste.

Mitte der 50er Jahre beginnt langsam der Zerfall der Abteilung Turnen. Der Turnbetrieb ist stark rückläufig. Im Bericht der Abteilung Gymnastik/Turnen vom 15.2.1957 wird von "zwei Abteilungen" berichtet.

Im
März 1958 wird das Wettkampfturnen bei der VSG eingestellt. Es gibt einfach keine Turner mehr. Nach dem Bericht vom 15.02.57 haben wir ein Foto angehangen, welches die letzte Turnerriege der VSG zeigt. Es ist erkennbar, dass "Seniorenturner" die Riege komplettieren mussten. Diese Sportart hatte einfach keine Perspektive mehr.

Nachdem am 27.04.1957 der Deutsche Turn- und Sportbund der DDR gegründet wird, werden alle Fachverbände und Vereine unter diesem Dachverband vereint. Die Zentralisierung bewirkt, dass die sozialistische Staats-Ideologie in den Sport getragen wird. Es gibt Auflagen, in den zentralen Versammlungen gesellschaftliche Aspekte zu vermitteln. Der Vorstand hat in jedem Bericht eine Einschätzung der politischen Situation vorzutragen. Diese Ausführungen schwanken zwischen allgemeinen Bemerkungen zur Weltpolitik und den Berichten über die gesellschaftlichen Positionen in der VSG. Nachfolgend einige Auszüge aus den Protokollen der Jahreshauptversammlungen vom 16.03.1958 und vom 21.3.1959. Wer an diesen Versammlungen teilgenommen hat, kann sich sicherlich an die Stimmung erinnern, die im Versammlungsraum herrschte als die Thematiken angesprochen wurden. Die Protokollausschnitte bleiben unkommentiert. Sie sind ein Abbild des Zeitgeistes bzw. der damaligen ideologischen Situation, in die die Sportvereine eingebunden waren.

Die Einbindung des Sports in die Politik prägten die 50er Jahre. Die VSG führte hierbei eine Gradwanderung durch, aber man blieb sich als SG treu und stellte den Sport immer in den Mittelpunkt. Negieren konnte man jedoch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nicht. Es waren vielleicht die spannendsten Jahre in der Geschichte unseres Vereins. Auf unterster Ebene waren wir ein kleines passives Rädchen der Geschichte, die ab dem 13.08.1961 Deutschland über eine lange Zeit in einen wohl zwangsläufigen Status Quo der Weltpolitik eingebunden hat.

Es muss jedoch für die folgenden Jahre auch ein Fakt erwähnt bleiben. Der Sport hatte in der DDR immer eine große gesellschaftliche Bedeutung, egal wie man darüber denkt. Auch wir als privater Verein konnten jederzeit im System eingebettet unseren geliebten Vereinssport durchführen. Und wenn man heute aus einigen Ecken hört, wie schlecht es in der DDR gewesen ist, so muss man doch klar sagen... Wir hatten viel Spaß. Wir haben immer die Fahne des Volkssportes hoch gehalten. Wir sind durch Höhen und Tiefen gegangen. Wir haben geweint und gelacht. Wir sind aber immer die VSGer geblieben.

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